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Weihnachtsgeschichte

In zwei Evangelien ist die Geburt Jesu beschrieben, im Matthäusevangelium und im Lukasevangelium. Geburtsgeschichten Jesu gibt es also zwei in der Bibel. Doch nur eine trägt diesen Namen. Es ist die Geschichte, in der die schwangere Maria und ihr Verlobter Josef der Volkszählung

wegen nach Bethlehem müssen, keine Unterkunft finden und Maria ihr Neugeborenes in eine Futterkrippe legen muss.

Diese Textstelle steht im 2. Kapitel des Lukasevangeliums und wird zumeist in den Weihnachtsgottesdiensten gelesen oder gespielt.

Für Religionsquiz ist der obige Text so formuliert, dass beim Vorlesen zunehmend deutlich wird, um welchen Begriff es sich handelt. Wurde die Antwort noch nicht gefunden, so stehen Begriffe zur Auswahl:

Magnificat Wort zum Sonntag
Weihnachtsgeschichte Hiobsbotschaft

Zusatzinformationen zu Weihnachtsgeschichte:

Die Krippendarstellung

Geburtsgeschichte nach Lukas

Geburtsgeschichte nach Matthäus

Weihnachtsgeschichte als Krippendarstellung

Die bekannteste Geschichte der Geburt Jesu steht im Lukasevangelium im 2. Kapitel; das ist die Weihnachtsgeschichte, die an jedem Heiligen Abend in den Kirchen gelesen wird. Es ist die Geschichte von der Volkszählung, von Herbergsuche, der Geburt im Stall von Bethlehem und der Verkündigung der Geburt durch Engel an die Hirten.

In Form der Weihnachtskrippe wird die Geburt Jesu nach Lukas 2 gern dargestellt.

Luther übersetzte das Futtertrog, mit Krippe: "Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge." Daraufhin verstand man schon bald schon bald unter "Krippe" nicht nur den Futtertrog, sondern den Stall mit der Geburt Jesu - mit Josef und Maria und meist mit zusätzlichen Figuren, wie Hirten, Engel, Ochs und Esel und Heilige Drei Könige. Mittlerweile ist Krippe die Kurzform von Weihnachtskrippe.

Meist versteht man heute unter Weihnachtskrippe einen Stall. Doch wahrscheinlicher ist, dass die Geburt in einer Höhle stattfand, in einer Grotte. Davon ging man jedenfalls noch bis ins Mittelalter aus. Der Heilige Franziskus von Assisi sah das jedenfalls noch im 13. Jahrhundert so. Als optische Illustration seiner Weihnachtspredigt stellte er einen Futtertrog und lebendige Tiere (einen Ochsen und einen Esel) in eine Höhle. Daher gilt er als Erfinder der Weihnachtskrippe.

Im Matthäusevangelium finden wir im 2. Kapitel eine andere Erzählung von der Geburt Jesu. Hier spielen die Heiligen Drei Könige die Hauptrolle. Diese Weihnachtsgeschichte wird bei uns in den Gottesdiensten nicht zu Heilig Abend gelesen, sondern am 6. Januar, dem Epiphaniasfest (Heilige Drei Könige) bzw. am Sonntag danach (falls am Epiphaniastag kein Gottesdienst stattfand).

Darstellung der Weihnachtsgeschichte

So wird die Weihnachtsgeschichte meist dargestellt: Jesus in der Futterkrippe, Josef und Maria rechts und links von ihm, Hirten, die Weisen aus dem Morgenland und Ochs und Esel.

Die figürliche Darstellung der Weihnachtsgeschichte, wie wir sie oft sehen, geht auf verschiedene Bibeltexte zurück. Die Hirten hat der Evangelist Lukas in die Krippe gestellt; die Weisen aus dem Morgenland gehen auf Matthäus zurück und Ochs und Esel auf Jesaja, denn der Prophet Jesaja beschreibt lange vor der Geburt Jesu die Klugheit der Tiere so: "Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn." (Jesaja 1,3)

 

Weihnachtsgeschichte nach Lukas

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das judäische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: 'Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.' Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über die Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. (Lukas 2, 1-20)

Weihnachtsgeschichte nach Matthäus

Da Jesus geboren war zu Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten. Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem, und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte. Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten (Micha 5,1): "Und du, Bethlehem im Lande Juda, bist mitnichten die kleinste unter den Fürsten Judas; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll." Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr's findet, so sagt mir's wieder, dass auch ich komme und es anbete. Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut und gingen in das Haus und sahen das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. Und da ihnen im Traum befohlen wurde, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem andern Weg wieder in ihr Land. (Matthäus 2, 1-12)

Bildnachweis farbige Krippendarstellung: Pixasbay/Alexas

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