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Buchstabe B

Beichte

So nennt man es, wenn jemand seine Schuld und sein Versagen vor Gott bekennt. Dieses Bekenntnis kann ganz privat und konkret bei einer geistlichen Person geschehen. Die Sünden können aber auch gemeinsam im Gottesdienst, also öffentlich und allgemein bekannt und bereut werden.

In der katholischen Kirche ist dieses persönliche, private Bekenntnis von Schuld und Sünden vor einem Priester und die darauf folgende Lossprechung als Bußsakrament eines der sieben Sakramente.

Für Religionsquiz ist der obige Text so formuliert, dass beim Vorlesen zunehmend deutlich wird, um welchen Begriff es sich handelt. Wurde die Antwort noch nicht gefunden, so stehen Begriffe zur Auswahl:

Sühne Katechese
Verleumdung Beichte

Zusatzinformationen zu Beichte:

Die persönliche Beichte bei einer geistlichen Person (in der katholischen Kirche bei einem Priester) heißt auch Ohrenbeichte, Einzelbeichte oder Privatbeichte.

 

Beichte in der evangelischen Kirche?

Martin Luther lehnte jeden Beichtzwang ab. Freiwillig, wie zum Gottesdienst und zum Abendmahl, soll der Mensch seine Sünden bekennen und zur Beichte kommen.

Dietrich Bonhoeffer schrieb in seiner Schrift 'Gemeinsames Leben': "Schuld macht einsam und isoliert die Menschen voneinander und von Gott. Das Bekenntnis der Schuld ist die Grundlage für neue Gemeinschaft mit den Menschen und Gott." Die Beichte, das Schuldbekenntnis vor Gott, ist also auch in der evangelischen Kirche von Bedeutung.

Luthers Beispiel für eine allgemeine Beichte vor Gott

Im Alten Testament, im 2. Buch der Chronik wird von der Buße des Königs Manasse berichtet und von einem Gebet, mit dem er Gott besänftigte (2 Chr 33, 12 -18). Der Text dieses Bußgebets steht nicht im Buch der Chronik. Allerdings findet man das Gebet in der griechischen Septuaginta. Martin Luther hat es erstmals übersetzt und als Anhang dem AT angefügt. Es ist für ihn ein Beispiel, wie man vor Gott Sünden bekennen kann, also ein Beispiel für eine allgemeine Beichte (ein allgemeines Sündenbekenntnis).

 

Das Gebet Manasses

Herr, Allmächtiger,
Gott unsrer Väter,
Abrahams, Isaaks und Jakobs,
und ihrer gerechten Nachkommen,
der du Himmel und Erde
und alles, was darinnen ist, gemacht hast
und hast das Meer gebunden durch dein Gebot
und hast die Tiefe verschlossen und versiegelt
durch deinen furchterregenden und herrlichen Namen,
dass jedermann vor dir erschrecken
und sich vor deiner großen Macht fürchten muss!

Denn nicht zu ertragen ist dein Zorn,
mit dem du die Sünder bedrohst.
Aber die Barmherzigkeit, die du verheißt,
ist unermesslich und unausforschlich.
Denn du bist der Herr,
der Allerhöchste über dem ganzen Erdkreis,
von großer Geduld und sehr gnädig,
und du bestrafst die Menschen nicht gern.
Du, Herr, hast nach deiner großen Güte
Buße zur Vergebung der Sünden verheißen.
Du hast aber, Herr, du Gott der Gerechten,
die Buße nicht bestimmt den Gerechten,
Abraham, Isaak und Jakob,
die nicht an dir gesündigt haben.

Ich aber habe gesündigt,
und meine Sünden sind zahlreicher
als der Sand am Meer,
und ich gehe gekrümmt in schweren,
eisernen Banden und finde keine Ruhe,
weil ich deinen Zorn erweckt
und viel Böses vor dir damit getan habe,
dass ich solche gräulichen Götzenbilder aufgestellt
und so viele Ärgernisse angerichtet habe.
Nun aber beuge ich die Knie meines Herzens
und bitte dich, Herr, um Gnade.

Ach Herr, ich habe gesündigt,
ja, ich habe gesündigt
und erkenne meine Missetat.
Ich bitte und flehe:
Vergib mir, Herr, vergib mir!
Lass mich nicht in meinen Sünden verderben
und lass die Strafe nicht auf mir bleiben;
sondern du wollest mir Unwürdigem helfen
nach deiner großen Barmherzigkeit;
so will ich mein Leben lang dich loben.
Denn dich lobt das ganze Himmelsheer,
ja, dich soll man preisen immer und ewig. Amen.

Unter der Überschrift 'Rüstgebet' erklären wir auf der Extraseite zum Gottesdienst die liturgische Tradition des Bußakts, Bußgebets, der allgemeinen Beichte im christlichen Gottesdienst.

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