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Buchstabe R

Reformierte Kirche

 

Dies ist eine der großen protestantischen Kirchen; doch sie ist von der lutherischen Kirche zu unterscheiden. Noch energischer als die lutherische Kirche trennte sie sich von katholischer Theologie und Liturgie. Die Gottesdienste sind liturgisch schlicht, mit dem Verkündigungsteil als Schwerpunkt.

Dieser Strang der evangelischen Kirche beruft sich auf die Reformatoren Zwingli und Calvin. Innerhalb der EKD stellt sie mit zwei Landeskirchen eine Minderheit dar.

Für Religionsquiz ist der obige Text ist so formuliert, dass beim Vorlesen zunehmend deutlich wird, um welchen Begriff es sich handelt. Wurde die Antwort noch nicht gefunden, so stehen Begriffe zur Auswahl:

Kreuzbund Evangelische Kirche
Anglikanische Kirche Reformierte Kirche

Zusatzinformationen zu Reformierte Kirche:

Man kann bei den protestantischen Kirchen insbesondere die lutherische Kirchen und die reformierte Kirchen unterscheiden. Die reformierten berufen sich auf die Reformatoren Calvin und Zwingli und gehören damit zum Calvinismus. Der Calvinismus ist neben dem Luthertum die bedeutendste Strömung der protestantischen Kirchen. Sie hat hauptsächlich in der Schweiz, in Frankreich und in den Niederlanden Anhänger gefunden.

Der Züricher Theologe Huldrych (Ulrich) Zwingli lebte von 1484-1531; der französische Theologe Johannes Calvin (1509-1564) wirkte hauptsächlich in Genf.

Reformiert sind in Deutschland die Lippische Landeskirche und die Evangelisch-Reformierte Kirche in Nordwestdeutschland.

Unterschied lutherische Kirche und reformierte Kirche

Von der Reformation lutherischer Prägung unterscheidet sich der Calvinismus z. B. im Verständnis des Abendmahls. Auch der Gedanke der "Prädestination" (Vorsehung) kennzeichnet den Calvinismus. Demnach ist der Mensch von Gott entweder zur Seligkeit oder zur Verdammnis vorherbestimmt. Ob der Weg in den Himmel oder in die Hölle führt, lasse sich am ehesten am Erfolg bzw. Misserfolg eines Menschen ablesen.

 

Gemeinsames Abendmahl von Reformierten und Lutheranern

Ältere Menschen können sich noch erinnern, dass Reformierte und Lutheraner nicht gemeinsam am Abendmahl teilnehmen konnten. Jüngere Menschen fragen mit Recht: Wie irre war das denn? Und sicherlich werden aufgeklärte Geister in späteren Zeiten, die gleiche Frage bezüglich der gemeinsamen Feier der Eucharistie von evangelischen und katholischen Christen fragen. (Ich befürchte allerdings, dass sich das Christentum dann schon zugrunde dogmatisiert hat.)

Ja, so war es wirklich! Calvin nannte Luther aufgrund seiner Abendmahlslehre hasserfüllt einen "Menschenfresser". Das war im 16. Jahrhundert, nachdem Luther den Calvin, der um eine gemeinsame Linie in der Abendmahlsfrage bat, schroff abblitzen ließ. Noch bis ins 20. Jahrhundert predigten lutherische Geistliche nicht nur gegen den 'Teufel in Rom' (gemeint war der Papst) sondern auch gegen die 'haltlosen Chaoten aus Genf und Zürich' (gemeint waren Calvin und Zwingli).

Erst seit 1973 dürfen reformierte Christen in lutherischen Gemeinden die Eucharistie mitfeiern. Die Unterschiede im Abendmahlsverständnis sind nicht ausgeräumt, es überwiegt aber die Sehnsucht, Trennung zumindest praktisch zu überwinden.

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