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Buchstabe H

Halskrause

Nur in wenigen Gegenden, so in Hamburg, Lübeck und Augsburg, gehört dieses seltsame Kleidungsstück zur Amtstracht evangelischer Geistlicher. Es hatte früher den Zweck, den Talar vor Schuppen, Haaren, Bartstoppeln zu schützen und war modisches Accessoire zugleich.

In der Funktion gleicht es dem Beffchen; doch es ist viel auffälliger, größer und umrundet den gesamten Hals. Dies ist die offizielle Bezeichnung. Man sagt dazu auch Kröse oder neckisch Wagenrad.

Für Religionsquiz ist der obige Text so formuliert, dass beim Vorlesen zunehmend deutlich wird, um welchen Begriff es sich handelt. Wurde die Antwort noch nicht gefunden, so stehen Begriffe zur Auswahl:

Beffchen Halskrause
Soutane Rosette

Zusatzinformationen zu Halskrause:

Wieso tragen manche Pastorinnen und Pastoren eine Halskrause?

Auch in Wismar und Stralsund gehört zur Amtskleidung der Pastoren und Pastorinnen die Halskrause statt eines Beffchens.

 

Pfarrer mit Halskrause / Mühlsteinkrause / Wagenrad

Welche Tradition hat die Haldkrause

Die Halskrause ist auch unter der Bezeichnung Kröse, Wagenrad, Mühlsteinkröse bekannt. Woher kommt es, dass sich gerade in diesen Städten die Halskrause durchsetzte? Zur Amtstracht der Geistlichen gehört sie besonders in Städten, die um 1600 besondere Handelsbeziehungen zu Spanien hatten (insbesondere ehemalige Hansestädte). Am spanischen Hof war die Halskrause damals Mode. Besondere Würdenträger (wie Fürsten und Pastore) übernahmen diese Mode in ganz Europa. Im 17. Jahrhundert gehörte die spanische Krause dann auch als edler Hemdkragen zur Kleidung wohlhabender Bürger und Adliger.

Die Mühlsteinkrösen wurden um 1600 immer größer, denn insbesondere die Damen versuchten sich gegenseitig zu überbieten. Das hatte auch Auswirkungen auf die Haarmode: Die Frisuren wurden schmaler und immer höher. Das Bild zeigt die Infantin Eugenia, Statthalterin der spanischen Niederlande. Peter Paul Rubens, 1609)

Die Halskrause der Pastoren und Pastorinnen wird in aufwendiger Handarbeit aus weißem Leinen hergestellt. Da die Halskrause aus 200 bis 300 Falten besteht, ist die Pflege nicht einfach. Wenn die Pfarrfrauen nicht wollten, dass der Gatte schmuddelig auf die Kanzel ging, mussten sie sich zu Künstlerinnen entwickeln, um das Ding richtig zu bügeln.

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