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Buchstabe B

Beffchen

So heißt das aus zwei weißen Stoffstreifen bestehende Kragenstück, das evangelische Geistliche am Kragen des Talars tragen.

In den meisten protestantischen Kirchen gehört dieses kleine Teil fest zur Amtstracht der Geistlichen. In wenigen Regionen, so z. B. um Hamburg oder Augsburg, tragen Pastore und Pastorinnen statt dessen eine Halskrause.

Für Religionsquiz ist der obige Text so formuliert, dass beim Vorlesen zunehmend deutlich wird, um welchen Begriff es sich handelt. Wurde die Antwort noch nicht gefunden, so stehen Begriffe zur Auswahl:

Barett Lepra
Soutane Beffchen

Zusatzinformationen zu Beffchen:

Woher kommt das Beffchen

Schon seit dem 17. Jahrhundert trugen Männer eine ähnliche Halsbinde zur bürgerlichen Tracht. Erst im 19. Jahrhundert wurde das Beffchen zum Teil der Amtstracht lutherischer Pfarrer und Pfarrerinnen. Es war König Friedrich Wilhem III, dessen Anliegen es war, die Trachten von Pfarrern sowie die Gottesdienstabläufe zu vereinheitlichen, der den Talar mit Beffchen per Verordnung vom 1. Januar 1811 als verbindliche Amtstracht für Pfarrer einanordnete.

Unterschiedliche Formen des Beffchens

Je nach Konfession sind die beiden rechteckigen Flecken, aus denen das Beffchen besteht, unterschiedlich zusammengenächt, also unterschiedlich weit geöffnet. So kann man das Beffchen in drei leicht verschiedenen Formen an den Talaren sehen. In der reformierten Kirche sind beide Stoffteile ganz zusammengenäht, in den unierten Kirchen halb geöffnet und in der lutherischen Kirche weit geöffnet.

Beffchen der reformierten Kirche = ganz zusammengenäht   Beffchen der unierten Kirche = halb zusammengenächt   Beffchen der Lutherischen Kirchen = beide Hälften voneinander abstehend

Doch als das Beffchen im 17. Jahrhundert Mode wurde, hatte es nicht den Sinn, die Konfession anzuzeigen. Es sollte lediglich die Kleidung (bei Geistlichen den Talar) vor den Barthaaren schützen, die das teure Kleidungsstück angriffen und verschmutzten.

In einigen Städten Norddeutschlands (Hamburg, Lübeck, Wismar, Stralsund) aber auch in Augsburg gehört statt des Beffchens die Halskrause zur Amtstracht der Pastoren und Pastorinnen. Um 1600 war die Halskrause Mode am spanischen Hof (wir kennen sie von Gemälden aus der Zeit). Das führte dazu, dass sich dieses Accessoire insbesondere bei Würdenträgern (eben auch Pastoren) in den damaligen Hansestädten verbreitete, denn da war durch den Handel die Beziehung zu Spanien besonders intensiv.

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